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Nachlese MoodleMoot 2013

Logo Moot2013Wie in den vergangenen Jahren auch soll es hier wieder eine kurze, sehr persönliche Rückschau auf die alljährliche MoodleMoot geben.

In diesem Jahr fand sie an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München statt, bot dadurch beste räumliche Bedingungen, eine belastbare Infrastruktur und wieder einmal einen zuverlässig organisierten, weitgehend problemfreien Ablauf. Den Veranstaltern gebührt dafür größter Respekt – zumal es sich (wieder einmal) um die bisher größte Moot handelte. Ca. 400 Teilnehmer waren gekommen, das Programm war außerordentlich umfangreich und facettenreich. Sicher genügten nicht alle Beiträge allerhöchsten Ansprüchen (hier wäre für meinen Geschmack gelegentlich weniger mehr gewesen), aber bei kluger Auswahl war für jeden Geschmack Anregendes dabei. Auch nach Einschätzung der Macher selbst ist die Moot inzwischen bei einer Größe angekommen, die nicht mehr endlos weiter wachsen kann. Es wird interessant sein, welche Veränderungen sich daraus für die nächste Moot (erfreulicherweise wird sie in Leipzig stattfinden – Zeit, dass Neufünfland mal Gastgeber ist…) ergeben.

Interessant – und aus meiner Sicht völlig berechtigt, ja überfällig – war die Tatsache, dass  wichtige Partner an der Austragung beteiligt waren: Neben dem ALP Dillingen endlich auch einmal das Goethe-Institut, dass (hier in Deutschland weithin unbemerkt) eine ganz vorzügliche und umfangreiche Moodle-Arbeit leistet. Weltweit versorgt das GI immerhin 150.000 Lerner per Moodle!

In diesem Jahr lag der Fokus bei den Keynotes auf sehr grundsätzlichen Fragen notwendiger bzw. bereits stattfindender fundamentaler Änderungen von Bildung; Moodle bzw. E-Learning waren dabei lediglich Teilaspekte einer sehr viel weiteren Perspektive. Die erste Keynote kam von Gunter Dueck, der in vermeintlich lose assoziierender Weise das “verknäulte” Bedingungsgefüge bei notwendigen Änderungen in Bildung und Lernen darstellte. Auch wenn man nicht mit jeder These mitgehen mag und die Vortragsweise nicht jedem liegen mag – anregend war es allemal. Zumindest mir wurde einmal mehr bewusst, dass wir oft genug an Teilaspekten herumdoktern und der ausbleibende Erfolg auch mit der Unfähigkeit zu systemischer Veränderung zu tun hat.

Die zweite Keynote kam von Martin Lindner (dessen Beiträgen ich in den sozialen Netzwerken, vor allem bei Google+, schon länger interessiert folge). Auch er reflektierte sehr grundsätzliche Fragen der Veränderungen des Lernens, sprach ähnlich frei und gesprächsmäßig wie Dueck, rieb sich wie er an den Zeitgeisthesen der digitalen Demenz. Auch er plädierte für ein sehr fundamentales Umdenken. Auch hier galt zumindest für mich: Nicht jeder These mag man folgen (Didaktik zum Beispiel halte ich nach wie vor nicht für völlig überflüssig), die aufgerissene Perspektive insgesamt jedoch hilft beim Einordnen eigener Bemühungen immens.

Durch eigene Beiträge war wieder der Spielraum beim Besuchen anderer Vorträge und Workshops etwas eingeschränkt, es war durchaus auch eher wenig Anregendes dabei. Sehr spannend fand ich folgende Beiträge:

  • Joachim Dieterich stellte eine Eigenentwicklung einer Webplattform vor, die kompetenzorientiertes Lernen und Unterrichten unterstützen soll. Die “Curriculum” genannte Plattform hilft Schülern und Lehrern dabei, Kompetenzbereiche zu definieren und deren Erreichen abzubilden; das kann selbstbestimmt durch den Lerner geschehen, aber auch durch den Lehrer und sogar per automatischer Übergabe etwa von Testergebnissen und Bewertungen aus Moodle und Mahara. Obwohl noch nicht vollständig fertiggestellt macht die Plattform einen extrem durchdachten und sauber umgesetzten Eindruck. Curriculum soll im Sommer fertig sein und dann als Open-Source-Lösung frei verfügbar gemacht werden – spätestens dann werden wir es ausgiebig testen und ggf. unseren Schulen über das MZ verfügbar machen.
  • Dag Klimas referierte über unterschiedliche Möglichkeiten, Lernpfade (darunter auch selbtsgesteuerte) anzulegen. Die meisten Techniken (z.B. über abhängige Aktivitäten) waren mir von unseren LdL-Ansätzen vertraut, dennoch waren einige interessante Detaillösungen dabei: So war mir z.B. bislang nicht vertraut, dass die abhängige Verfügbarkeit auch für ganze Themenblöcke, nicht nur für einzelne Aktivitäten und Ressourcen möglich ist. Seit Moodle 2.4 ist auch eine Abhängigkeit von Nutzerprofilfeldern möglich – so kann man zB Nutzern der eigenen Institution (sofern sie mit einer entsprechenden Mailadresse angemeldet sind) bestimmte Inhalte zugänglich machen, die institutionsfremden Nutzern verborgen bleiben. Das könnte interessant werden, wenn Lizenzfragen bei eingebundenen Medien über die Landesmediathek oder die Online-Distribution des Medienzentrums zu beachten sind.
    Die Lernpfade sind m.E. ein weiterer wichtiger Schritt, um individuelle Lernumgebungen schaffen zu können.
  • (Leider) sehr wichtig waren eine Reihe von Beiträgen rund um Datenschutzprobleme. Mike Baselt stellte ein sehr umfangreich dokumentiertes Verfahren zum datenschutzrechtlich “sauberen” Betrieb einer Plattform vor, dankenswerterweise sind alle Infos in einem Moodlekurs mit Gastzugang abrufbar. Sehr beeindruckend war ein leider nicht sehr stark besuchter Vortrag von Ingo Antony (Landeschulamt Hessen) – dort wird unglaublich gut geplant und gründlich an einem umfassenden Erlass zum datenschutzrechtlich sicheren Betrieb von Moodleplattformen gearbeitet. Die bisher erarbeiteten Regelungen wirken sehr praxisnah; im Sommer könnte der Erlass verabschiedet werden. Sollte er wie bislang absehbar umgesetzt werden, gäbe es einen außerordentlich wichtigen Präzedenzfall für die Diskussion in anderen Bundesländern. Es lohnt sich also, gelegentlich auf der LSA-Website nachzuschauen, das entsprechende Material soll dort veröffentlicht werden. Dazu soll später auch eine rechtssichere Beispielkonfiguration gehören.
  • Nicht selbst teilnehmen konnte ich an einem Vortrag zur Einbindung von Plagscan, einem kommerziellen Plagiatssuchdienst. Da das von uns ursprünglich genutzte Crot nicht mehr läuft, wäre es angesichts der recht überschaubaren Lizenzgebühren u.U. eine Variante. Unser Admin war dabei, wir werden den Dienst sicher prüfen.
  • Überhaupt nicht besuchen konnte ich die zahlreichen Angebote zu Mahara, hier wird es Nacharbeit geben müssen – hoffentlich werden die Materialien wieder in einer DokuMoot veröffentlicht.

Abseits der eigentlichen Vorträge waren natürlich die Gespräche mit Kollegen am Rande der Konferenz wichtige Impulsgeber. So konnte das in einem Preconference-Workshop angeschobene Vorhaben, eine OER-Schnittstelle per Community Hub zu planen, vertieft werden, wir werden dabei sein 🙂 Das Vorhaben ist vielversprechend; und wir betreiben einen der nach wie vor wenigen deutschen Hubs.

In diesem Jahr war ich selbst mit zwei Beiträgen dabei – einmal mit einem Vortrag zu unserem LdL-Ansatz (gut besucht und angeregt diskutiert, hat Freude gemacht), darüber hinaus hatte mich das Goethe-Institut eingeladen, bei einer Podiumsdiskussion rund um Probleme des Urheberrechts mit Verlagsvertretern und einem Experten von irights.info die Lehrersicht einzubringen. Wie zu erwarten, war die Diskussion sehr intensiv, stellenweise emotional. M.E. gibt es bei allen beteiligten Parteien ein sehr akutes Problembewusstsein, wenn auch keine abschliessenden Lösungen. Die Verlage experimentieren (Langenscheidt zB sprach kurz über interessante lernobjektorientierte Materialpakete – darüber wird gesondert zu berichten sein), haben aber Probleme, tragfähige Geschäftsmodelle zu finden. Klar ist, dass die Urheberrechtslage in unserem Lande den Erfordernissen moderner Bildung um Jahre hinterherhinkt. Wünschenswert ist neben Impulsen wie OER, schulbuch-o-mat, MOOC, ZUM usw. m.E. eine am amerikanischen fair use orientierte Bildungsklausel, sicher auch so etwas wie die in Großbritannien üblichen nationalen Materialdatenbanken.

 

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