Lehrertool für Android: TeacherStudio

Logo TeacherStudioIn den letzten ca. 3 Jahren hat sich mein Android-Tablet zum unverzichtbaren Werkzeug rund um den Unterricht entwickelt; Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation sind kaum noch vorstellbar ohne den kleinen Helfer.
Ziemlich zentral für den etwas nervigeren Teil des Schulalltags wäre dabei ein Tool für das Erfassen von Anwesenheiten, Unterrichtsaktivitäten und Bewertungen. Eines davon – nämlich TeacherStudio – begleitet mich jetzt schon eine ganze Zeit, deshalb sei es hier vorgestellt.


Damit ein solches Werkzeug sinnvoll einsetzbar ist, sollte es – zumindest für meine Bedürfnisse –  u.a. folgenden Ansprüchen genügen:

  • Schnelle und unkomplizierte Bedienung
  • Abbilden unterschiedlicher Organisationsformen und Bewertungswege (verbal, Sek 1, Oberstufe)
  • Erfassen von Notizen für Unterrichtsbeobachtungen
  • automatisierte Datensicherung auf dem Gerät selbst
  • sichere Synchronisation mit Clouddiensten
  • Absicherung der Daten vor unbefugtem Zugriff z.B. bei Verlust des Geräts
  • Zuordnung von Schülernamen und -bildern (auf dem Gebiet habe ich echte berufsuntypische Schwächen…)
  • sinnvolle Abgleichsmechanismen mit der in meiner Schule verwendeten Verwaltungssoftware (Cevex von RHC)
  • ständige Weiterentwicklung des Produkts, Eingehen der Entwickler auf Feedback und Wünsche der Nutzer

Über die vergangenen Jahre habe ich mit einer ganzen Reihe von Tools dieser Art experimentiert, oft auch über längere Zeit im Unterrichtsalltag. Dazu gehörten GradeBook, Klassenbuch, Schulfix, Tapucate, TeacherTool, TeachersDesktop und TeacherStudio.

Die meisten dieser Apps passten aus unterschiedlichen Gründen (Funktionalität, Bedienbarkeit, Geschäftsmodell…) nicht wirklich zu meiner Arbeitsweise. Längere Zeit lief ich dann quasi im parallelen Testbetrieb mit Tapucate und Teacherstudio, beide sind sehr praxistauglich. Die Entscheidung zugunsten Teacherstudio fiel aus Gründen, die sich aus der folgenden kurzen Besprechung erklären.

Screenshot Agenda

Screenshot Agenda

Ein, wie sich herausgestellt hat, ziemlich praktisches Alleinstellungsmerkmal von TeacherStudio ist die Strukturierung der Oberfläche, die ja so etwas wie den Workflow des Nutzers abbilden sollte. Nach dem Start der App kommt man auf einen Bereich “Agenda” – einer Art Kalender mit dem persönlichen Stundenplan. Das erlaubt einerseits einen sehr schnellen Überblick über den Ablauf des Tages und der Woche (einschließlich der Raumplanung), von hier aus können auch Stunden abgesagt oder verschoben werden. Antippen der jeweiligen Stunde führt zum Kontext dieser Unterrichtseinheit – hier können sehr schnell Abwesenheiten erfasst , Notizen zum Unterrichtsverlauf bzw. zu einzelnen Schülern gemacht und Bewertungen erteilt werden. Diese Art der Navigation ist einer der ausschlaggebenden Gründe gewesen, zu Teacherstudio zu greifen und passt ausgezeichnet zum Alltag an meiner Schule (häufige Raumwechsel, relativ viele Klassen und Schüler).

Screenshot Klassenansicht

Screenshot Klassenansicht

Eine alternative Navigation ist möglich über ein Menüband am linken Bildschirmrand, dort kann direkt auf Klassen und Kurse zugegriffen werden, ohne über die Agenda gehen zu müssen.

Im Laufe der offensichtlich sehr intensiv betriebenen Entwicklung sind eine Reihe sehr attraktiver Funktionen hinzugekommen. Besonders praktikabel erscheinen mir:

  • eine automatisierte (zeitgesteuerte) Datensicherung auf dem Gerät selbst (die Sicherungsdatei ist passwortgeschützt),
  • eine Synchronisation mit Clouddiensten (GoogleDrive / OneDrive), auch diese Dateien werden verschlüsselt und passwortgeschützt)
  • eine Berichtsfunktion (Notenübersichten etc).

 

 

Screenshot Bericht

Screenshot Bericht

Wenn man auf der Suche nach einem praxistauglichen virtuellem Lehrerkalender ist, sollte TeacherStudio einen Test wert sein. Die kostenlose Demo-Version lässt das Arbeiten mit 2 Klassen bzw. Kursen zu, die Vollvariante schlägt mit derzeit 24,95€ zu Buche (für eine App nicht gerade billig, für das Gebotene aber durchaus sehr fair). Für manche Nutzer ist sicher auch interessant, dass es TeacherStudio auch für Windows 8 gibt und die Daten zwischen mehreren Installationen synchronisierbar sind – so kann zum Beispiel die Unterrichtsplanung komfortabel zu Hause am PC erfolgen, die Unterrichtsdokumentation vor Ort mit Tablet oder Smartphone.

 

 

 

 

 

 

 

Screenshot Unterrichtsplanung

Screenshot Unterrichtsplanung

Für viele Nutzer sehr attraktiv ist sicher auch die Möglichkeit, direkt in Teacherstudio den Unterricht detailliert zu planen, der entsprechende Bereich des Programms ist sehr aufgeräumt und praxisorientiert. Ich selbst nutze diese Funktion nicht, dafür kommt bei mir Evernote zum Einsatz.

 

 

 

 

Trotz des insgesamt sehr positiven Eindrucks gibt es durchaus einige Kritikpunkte:

  • Anfangs lief die App ausgesprochen instabil. Auf keinem meiner Android-Geräte hatte ich eine andere App, die auch nur annähernd so oft abstürzte. Es war lange Zeit nicht möglich, auch nur eine einzige Session der App ohne Absturz zu überstehen; das passierte besonders oft bei absolut üblichen, alltagstypischen Aufgaben: Anwesenheit der Klasse erfassen, Springen von Schüler zu Schüler bei der Notenvergabe etc. Das war extrem ärgerlich, ließ sich auch durch eine Neuinstallation nicht beheben und hat mich fast dazu gebracht, die App völlig frustriert zu entsorgen.
    Inzwischen ist das erheblich besser geworden (obwohl es durchaus noch Abstürze gibt….), hier scheint sich die sehr emsige Entwicklungsarbeit der Anbieter (häufige Updates) auszuzahlen. In meinem Falle hat offensichtlich auch das Rooten meines Tablets und Update auf Android KitKat geholfen, der Asus Transformer ist damit insgesamt erheblich stabiler geworden.
  • Fensterwechsel im Programm, Scrollen zwischen Schülern etc. brauchen manchmal ziemlich lange, das Programm lagt stellenweise nicht unerheblich. Das ist mit den letzten Updates etwas besser geworden, wenn auch noch nicht abgestellt. Zum Teil mag es auch an meinem schon etwas betagten Tablet liegen – aber soooo schwach ist es nun auch wieder nicht auf der Brust.
  • Die Organisation der Noten in Notenkategorien und die entsprechende Darstellung ist für mich eher unübersichtlich – nicht immer ist auf den ersten Blick und schnell zu erkennen, ob sich ein Wert auf den Durchschnitt aller Noten einer Kategorie oder eine Einzelnote bezieht – man muss schon genauer hinschauen. Das ließe sich z.B. mit einer Farbcodierung leicht lösen.
  • Mir fehlt schmerzhaft die Möglichkeit, Noten z.B. farblich zu markieren. Das wäre zum Beispiel beim Übertrag der Noten ins Klassenbuch oder in die zentrale Notenverwaltung der Schule weesentlich, um schnell sehen zu können, welche Noten bereits anderweitig erfasst worden sind.

Fazit: Für jetzt erfüllt Teacherstudio viele, wenn auch nicht alle meiner Anforderungen an eine alltagstaugliche Lehrer-App, mir erscheint sie eine Empfehlung an Kollegen wert.
Ein Grund, nicht mehr damit zu arbeiten, könnte allenfalls die demnächst zu erwartende Android-Version von RHC Notebook mobile sein, die zwar nicht alle Funktionen von TeacherStudio mitbringt, dafür aber nahtlos mit unserem Notenserver zusammenarbeitet.
Ach ja: Die Synchronisationsdienste könnten Diskussionen auslösen. Ich selbst finde sie sehr praktikabel, die angewandte AES-Verschlüsselung scheint mir ein akzeptables Maß an Sicherheit zu bieten. Die Anwendung selbst lässt sich auf dem Gerät passwortsichern, z.B. mit Applock.

1 comment to Lehrertool für Android: TeacherStudio

  • lorenz warnke

    Danke für diese Einschätzung! Könntest du kurz skizzieren, was dich bei Teachertool gestört hat? Ich bin derzeit am überlegen in welches System ich mich reinfuchse!

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