Interessantes Tool: PDF online und kollaborativ annotieren

screen_nb_startseiteVor einiger machte mich eine nette kanadische Kollegin auf ein Tool aufmerksam, das auf den ersten Blick ziemlich unspektakulär wirkt, aber meines Erachtens einiges Potenzial auch für den schulischen Unterricht bietet.

Der Dienst heißt nb (für notabene), er dient dem kollaborativen Annotieren und Diskutieren von pdf-Dokumenten. nb wurde schon 2009 vom MIT entwickelt und seitdem auch dort gepflegt, weiterentwickelt und gehostet.
Dabei verfolgen die Autoren offensichtlich einen sehr disziplinierten Ansatz – und gerade der macht den Dienst in meinen Augen so attraktiv und nützlich. nb kann genau die eine Sache – gemeinsames Annotieren und Diskutieren von PDF – aber die richtig gut. Design und Funktion sind sehr geradlinig, keine Schnörkel, keine Featuritis, Konzentration auf das Wesentliche. Dadurch ist es ohne lange Einarbeitungszeit möglich, produktiv mit dem Tool zu arbeiten. Ein großer Vorteil ist, dass die Arbeit am Text und die Diskussion in ein und derselben Umgebung erfolgt, ein Wechsel auf ein externes Forum, ein Mailprogramm oder dergleichen ist nicht nötig.
Natürlich ist es offensichtlich, dass nb ursprünglich für die universitäre Lehre gedacht ist, eine Übertragung auf schulische Bedingungen zumindest in höheren Klassenstufen ist aber m.E. ohne Weiteres möglich.

Wie gestaltet sich nun das Arbeiten mit nb?

 

 

Zunächst wird man sich als Lehrperson ein Konto anlegen (dabei werden lediglich Mailadresse und Passwort erfragt, andere personenbezogene Daten werden nicht erfasst).
Nach dem ersten Login können Gruppen (“new class”) angelegt und mit einigen wenigen Rechte-Parametern versehen werden, innerhalb dieser Gruppe lassen sich Ordner einrichten. In diese werden dann pdf-Dokumente geladen.

 

 

 
screen_nb_annotationLernende werden per Mail in die Gruppe eingeladen. Das alles geht völlig unkompliziert vonstatten, genau wie dann das eigentliche Annotieren der Dokumente. Die zu annotierende Textstelle wird per Maus markiert, ein Annotationsfeld öffnet sich und kann ausgefüllt werden. Die Annotation selbst kann dann auf unterschiedliche Öffentlichkeitsstufen gesetzt werden (nur für mich / nur für die Lehrperson / für die gesamte Gruppe), es kann auch festgelegt werden, ob eine Antwort erwartet wird.
Alle in Frage kommenden Leser der Annotation werden automatisch per Mail benachrichtigt; die jeweils neuen und ggf. zu bearbeitenden Bemerkungen werden auch beim Login gesondert angezeigt.

Andere Gruppenmitglieder bzw. Lehrpersonen können dann auf die Anmerkungen reagieren, das kann bis zu einer echten, forenähnlichen Diskussion gehen. Darüber hinaus können die Beiträge z.B. als hilfreich markiert oder abgelehnt werden.

 
screen_nb_feedbackMit diesen einfachen Funktionen lassen sich m.E. sehr intensive individuelle und kollaborative Lernprozesse anregen, wenn sie denn an Dokumente gebunden sind:

Lernende können das Dokument für sich selbst erschließen und mit privaten Anmerkungen versehen; sie können Verständnisfragen an Mitlernende oder Lehrpersonen stellen; eine inhaltliche Diskussion gebunden an spezifische Textstellen kann stattfinden; die Lehrperson kann Textpassagen abfordern – diese können analytisch, interpretierend, das Verständnis nachweisend, kreativ usw. sein.

Für den Sprachunterricht ist das darin liegende Potenzial ohne Weiteres ersichtlich, interessanterweise operiert das kurze Videotutorial auf der Homepage aber mit einem mathematischen Lehrtext 🙂

Ich freu mich sehr darauf, nb im Unterricht auszuprobieren und werde die dabei gemachten Erfahrungen sicher später hier veröffentlichen.

Einen etwas genaueren Überblick über die Funktionsweise von nb gibt dieses kleine Videotutorial:

Interessant ist auch ein kurzes Paper der Betreiber des Dienstes zur Wirksamkeit und Akzeptanz des Dienstes bei Studenten.

1 comment to Interessantes Tool: PDF online und kollaborativ annotieren

  • Ein klasse Tooltipp!!! Ich werde noch heute starten das Tool zu testen. Gleich mal schauen wie “Open” das Tool ist, da es ja ein Projekt vom MIT ist… Ich bin ja kein Freund davon alles in ein LMS reinzukloppen, aber das wäre doch mal eine coole Funktionserweiterung^^ Der Dozent lädt eine PDF hoch und jeder kann annotieren. TOLL 🙂

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