{"id":769,"date":"2011-04-15T21:38:15","date_gmt":"2011-04-15T19:38:15","guid":{"rendered":"http:\/\/eventualitaetswabe.de\/?p=769"},"modified":"2011-09-28T21:53:35","modified_gmt":"2011-09-28T19:53:35","slug":"moodlemoot-2011-elmshorn-erste-ruckschau","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/eventualitaetswabe.de\/?p=769","title":{"rendered":"Moodlemoot 2011 Elmshorn &#8211; erste R\u00fcckschau"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"attachment wp-att-749\" href=\"http:\/\/eventualitaetswabe.de\/?attachment_id=749\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-749\" style=\"margin: 5px;\" title=\"moodlemoot-elmshorn-2011\" src=\"http:\/\/eventualitaetswabe.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/moodlemoot-elmshorn-2011-300x88.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"88\" srcset=\"http:\/\/eventualitaetswabe.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/moodlemoot-elmshorn-2011-300x88.jpg 300w, http:\/\/eventualitaetswabe.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/moodlemoot-elmshorn-2011.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die <a title=\"HP Moodlemoot\" href=\"http:\/\/moodlemoot.de\" target=\"_blank\">Moodlemoot 2011 <\/a>ist Geschichte, Zeit und Gelegenheit also, kurz R\u00fcckschau zu halten. Diese kann naturgem\u00e4\u00df nur sehr subjektiv und selektiv ausfallen &#8211; das Programm war sehr umfangreich, nicht weniger als 12 Schienen liefen parallel. So konnte man zumindest live und in Person nur Ausschnitte wahrnehmen, den Fehlstellen m\u00fcssen durch den Twitterstream unter #mootDE11n, Gespr\u00e4che mit Kollegen und &#8211; im Nachwaschgang &#8211; anhand der Aufzeichnungen gef\u00fcllt werden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<div>In meiner Wahrnehmung lagen Licht und Schatten dicht beieinander, die Qualit\u00e4t der einzelnen Beitr\u00e4ge war schon erkennbar unterschiedlich, nat\u00fcrlich auch die Relevanz f\u00fcr die eigene Arbeit.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Recht unbestrittene &#8211; und erwartete &#8211; Highlights waren die Keynotes von <a title=\"Steve Wheeler`s Blog\" href=\"http:\/\/steve-wheeler.blogspot.com\/\" target=\"_blank\">Steve Wheeler<\/a> und <a title=\"Klick.ch\" href=\"http:\/\/klick.ch\/\" target=\"_blank\">Max Woodtli<\/a>. Beide betrachteten die Bedingungen, unter den Lernen gelingen kann, unkonventionell, sehr einsichtig und von Begeisterung getragen. Der Blick auf die wesentlichen Gelingensbedingungen von Lernen (nicht Lehren!) hatte zwar durchaus E-Learning, Moodle, Mahara &amp; Co im Blick, ging aber weit dar\u00fcber hinaus.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Steve Wheeler gab ein klares Pl\u00e4doyer f\u00fcr den Lehrer als Initiator von Lernprozessen, nicht als Wissensvermittler. Zwei Zitate umrei\u00dfen seine Position: &#8220;Teachers should not provide answers, they should provide questions.&#8221; &#8220;Any teacher that can be replaced by a computer, should be.&#8221; Sch\u00f6n hintersinnig \ud83d\ude42<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Max Woodtli &#8211; inzwischen fast schon auf Moodlemoot-Keynotes abonniert &#8211; verglich Lernen mit einer Reise, bei der man oft auf Umwegen das Meiste erf\u00e4hrt, gelegentlich aber auch baden geht. Sch\u00f6ne Metapher! Die Frage ist, wie man auf dieser Reise seinen Weg findet und was bei der Orientierung hilft. Grundlage seiner Orientierungssuche war John Hattie &#8220;Visible Learning&#8221; (siehe <a title=\"Zusammenfassung Hattie\" href=\"http:\/\/www.eduweb.vic.gov.au\/edulibrary\/public\/publ\/research\/publ\/Researcharticle_visible_learning.pdf \" target=\"_blank\">Kurzzusammenfassung <\/a>und <a title=\"Hattie Googlebooks\" href=\"http:\/\/books.google.de\/books?hl=de&amp;lr=&amp;id=c2GbhdNoQX8C&amp;oi=fnd&amp;pg=PR6&amp;ots=fkEFmxE75_&amp;sig=q95Kac0jbfzE_2g4pXoBulKXoeo#v=onepage&amp;q&amp;f=false\" target=\"_blank\">Auszug bei GoogleBooks<\/a>). Hattie untersuchte \u00fcber 800 Einzelstudien zu den Faktoren, die Lernen erfolgreich machen (was auch immer erfolgreich in diesem Zusammenhang bedeutet&#8230;). Interessant fand ich, dass einige oft als gesetzt betrachtete Faktoren (z.B. Fachwissen des Lehrers, Verringerung der Klassengr\u00f6\u00dfe, webbasiertes Lernen&#8230;) kaum positive Einfl\u00fcsse zeitigten &#8211; zumindest, wenn man sie isoliert betrachtet (da scheint mir auch ein Problem der Betrachtungsweise zu liegen; ein genaueres Lesen der Studie wird zeigen, ob das tats\u00e4chlich ein methodisches Problem darstellt). Sitzenbleiben (&#8220;retention&#8221;) hat sogar nachgewiesene negative Auswirkungen. Das ist zwar schon l\u00e4nger bekannt, wird aber im Zusammenhang mit der gerade sehr hitzig gef\u00fchrten Debatte um die neue Th\u00fcringer Schulordnung zus\u00e4tzlich bedeutsam: Der Widerstand in der Lehrerschaft gegen das auch nur punktuelle Aussetzen der Wiederholung von Klassenstufen ist ganz betr\u00e4chtlich.<\/div>\n<div>Als positive Einflussfaktoren haben sich erwiesen: Formative Evaluation, konstruktives Feedback anhand transparenter Kriterien, eine intakte Beziehungsebene, positive Erwartungshaltungen des Lehrers an seine Sch\u00fcler, reziprokes Lernen (Stichwort Lernen durch Lehren), Concept mapping, metakognitive Ans\u00e4tze usw.).<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Diese positiven Einflussgr\u00f6\u00dfen lassen sich oft relativ leicht in Moodle-Szenarien \u00fcberf\u00fchren: kluges Nutzen der Feedback-M\u00f6glichkeiten einschlie\u00dflich peer feedback, Einsatzen verbaler Bewertungs- und Evaluationsraster (rubrics), Selbstreflexion des Lerners z.B. \u00fcber pers\u00f6nliche Blogs, kluger Einsatz von Medien, insbesondere Videos.<\/div>\n<div>In jedem Fall geh\u00f6rt Hattie jetzt zu meiner Lekt\u00fcreliste.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Eine weitere Keynote war die von Martin Dougiamas, die von technischen Problemen begleitet als Skypekonferenz \u00fcbertragen wurde. Es gab Bekanntes zu Moodle 2.0, aber auch interessante Einblicke in die umstrukturierte Entwicklung der Software und in die f\u00fcr 2.1. zu erwartenden Funktionen; besonders der Import von Kursen aus 1.9 ist eigentlich schon \u00fcberf\u00e4llig und f\u00fcr viele eigentlich Updatewillige bisher ein kO-Kriterium. Sehr erfreulich auch die Ank\u00fcndigung zu eine &#8220;offiziellen&#8221; mobilen Moodle-App, einer dringend n\u00f6tigen Umgestaltung der Modul-Datenbank auf moodle.org und der Moodle-Dokumentation.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Von den Konferenzbeitr\u00e4gen, die ich besuchen konnte, pick ich hier nur heraus, die f\u00fcr mich Interessantes boten.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Im Grundsatz anregend war die Vorstellung eines Pilotprojekts der PH Wien, innerhalb dessen Lehramtsstudenten ePortfolios unter Mahara aufbauen hatten. Das Projekt folgt dem Grundsatz &#8220;Learning by reflective doing&#8221;. Sch\u00f6nes Motto.<\/div>\n<div>Allerdings wurden nach meiner Wahrnehmung eher die Gruppen- Feedback- und Kommunikationsm\u00f6glichkeiten von Mahara genutzt als &#8220;echte&#8221; Portfolios geschaffen. Sicher v\u00f6llig berechtigt, aber der Portfolioansatz w\u00e4r sicher \u00a0auch ganz spannend gewesen. \u00a0Interessant die Forderung, dass auch die Lehrenden zun\u00e4chst Portfolios haben sollten, bevor sie Selbiges von ihren Lernenden fordern \ud83d\ude42<\/div>\n<div>Die Lehrerausbildung an der PH beruht \u00fcbrigens auf einem interessanten Kompetenzmodell, das eingehendere Kenntnisnahme verdient. Wieder was f\u00fcr die To-do-Liste&#8230;<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Mit Spannung erwartet hatte ich den Beitrag von Prof. Friedrich\u00a0 (Uni Bremen) zu Usability-Problemen von Moodle. Seine Sichtweise (Lob f\u00fcr die Funktionalit\u00e4t und den p\u00e4dagogischen Ansatz von Moodle, deutliche Kritik an der Usability) deckt sich weitestgehend mit den Erfahrungen, die ich bei der Nutzung von Moodle mit Lehrern und Sch\u00fclern sammeln konnte. Man kann \u00fcber Moodle sicher sehr viel Positives sagen &#8211; aber ganz sicher nicht, dass die Benutzbarkeit intuitiv und das Nutzerinterface elegant ist. Etwas drollig war die fast reflexhafte Verteidigung von Moodle durch einige Teilnehmer &#8211; empfand ich als unn\u00f6tig.<\/div>\n<div>Seine Kritik beruht auf einer videodokumentierten Fallstudie &#8211; es war schon erheiternd zu sehen, wie sich durchaus computerkundige Probanden mit dem Kurskalender herumschlugen&#8230; Etliche der angesprochenen Probleme (breadcrumb-Navigation, Men\u00fcgestaltung, inkonsistente Terminologie bei der Selbstbeschreibung) fallen auch in unserer Arbeit immer wieder auf. Mancher Missstand ist durch eine entsprechende Konfiguration bzw. geeignete Module zu entsch\u00e4rfen, es gibt aber durchaus grundlegenden Verbesserungsbedarf. Dougiamas deutete in seine Keynote an, dass auf dem Gebiet durchaus mit Verbesserungen zu rechnen ist.<\/div>\n<div>Prof. Friedrichs Vorschlag, analog zu Linux-Gepflogenheiten mehrere Moodle-Distributionen mit unterschiedlichen Interaktionsdesigns zu entwickeln, scheint mir zun\u00e4chst nicht allzu naheliegend, aber ganz sicher \u00fcberlegenswert.<\/div>\n<div>Gleich im Anschluss gab es einen kleinen Beitrag von Ralf Hilgenstock mit Tipps zur &#8220;attraktiven&#8221; Gestaltung von Kursr\u00e4umen. Vieles richtete sich hier eher an Anf\u00e4nger und ist f\u00fcr einigerma\u00dfen versierte Kursautoren g\u00e4ngige Praxis, trotzdem war der eine oder andere Hinweis schon gewinnbringend. Nicht gel\u00e4ufig war mir zum Beispiel die M\u00f6glichkeit, Aktivit\u00e4tsnamen z.B. in labels \u00a0mittels Filter automatisch mit den entsprechenden Aktivit\u00e4ten zu verlinken, ab Moodle 2.0 sogar auf Kursebene steuerbar. Ein interessanter Hinweis zum Nutzen des Blocks &#8220;Aktueller Kursinhalt&#8221; als Navigation war ebenso willkommen, das hab ich bisher so nicht gehandhabt, werd das aber in Zukunft sicher tun.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Es gab auch Beitr\u00e4ge, die eher entt\u00e4uschend waren, aber die sollen hier nicht erw\u00e4hnt werden \ud83d\ude42<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Vielleicht spiegelt sich aber im wahrnehmbaren Qualit\u00e4tsgef\u00e4lle, auch in der Wiederholung bestimmter Themen, ein prinzipielles Problem des Designs der deutschen Moodlemoots: Einerseits gibt es einen regul\u00e4ren Call for paper, andererseits aber offensichtlich kaum eine Auslese der eingereichten Beitr\u00e4ge. Ein regelrechtes Barcamp ist die Moot aber auch nicht &#8211; vielleicht w\u00e4re der &#8220;Mischansatz&#8221; zu \u00fcberdenken?<\/div>\n<div>Abgesehen davon gilt es nat\u00fcrlich, den Organisatoren und Helfern Respekt zu zollen f\u00fcr die diesj\u00e4hrige &#8220;M\u00fcsliMoot&#8221; (K\u00f6lln &#8211; in Elmshorn ans\u00e4ssig &#8211; sorgte f\u00fcr M\u00fcsli in den Pausen&#8230;) \ud83d\ude42<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Viel unmittelbar Gewinnbringendes passiert nat\u00fcrlich in den informellen Gespr\u00e4chen in Pausen und bei der Abendveranstaltung, dieser Erfahrungsaustausch und das pers\u00f6nliche Kennenlernen von bisher virtuellen Bekanntschaften ist immer bereichernd, egal, ob man \u00fcber Konfigurationsdetails fachsimpelt, schulpolitische Hemmnisse diskutiert oder spannende Kursszenarien austauscht.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Auff\u00e4llig waren die wiederholten Nachfragen von Kollegen zur derzeitig ein wenig desolaten Situation in Th\u00fcringen, es kommen offensichtlich ziemlich gemischte Botschaften an, die Au\u00dfenwahrnehmung ist &#8211; sagen wir es vorsichtig &#8211; recht gespalten. Nun ja&#8230;<\/div>\n<div>Immerhin wurde zum Abschluss auch die Moodlemoot in Ilmenau endlich offiziell angek\u00fcndigt. Bei aller Skepsis bin ich aber doch auch gespannt, was daraus nun wirklich wird&#8230;<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Ganz zum Schluss m\u00f6cht ich nat\u00fcrlich auch meinen eigenen Beitrag zur Elmshorner Moot erw\u00e4hnen, in dem ich Konzept, Design und unterrichtliche Umsetzung des 3-Jahres-Kurses &#8220;Medien und Kommunikation&#8221; an der Lobdeburgschule \u00fcber Moodle vorstellen konnte. Dass sich daraus einige Gespr\u00e4che, Erfahrungsaustausch und Kontakte ergeben haben, freut mich ungemein. Der Beitrag ist hier online nachzuvollziehen.<\/div>\n<object style=\"margin:0px\" width=\"425\" height=\"355\"><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/static.slidesharecdn.com\/swf\/ssplayer2.swf?doc=id=7628040&amp;doc=medienkompetenzmoodlemoot2011-110414094336-phpapp01\" \/><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\"\/><param name=\"allowScriptAccess\" value=\"always\"\/><param name=\"wmode\" value=\"transparent\" \/><embed src=\"http:\/\/static.slidesharecdn.com\/swf\/ssplayer2.swf?doc=id=7628040&amp;doc=medienkompetenzmoodlemoot2011-110414094336-phpapp01\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\" width=\"425\" height=\"355\" wmode=\"transparent\"><\/embed><\/object>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Moodlemoot 2011 ist Geschichte, Zeit und Gelegenheit also, kurz R\u00fcckschau zu halten. 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