{"id":670,"date":"2011-03-14T08:00:05","date_gmt":"2011-03-14T06:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/eventualitaetswabe.de\/?p=670"},"modified":"2011-03-14T09:01:17","modified_gmt":"2011-03-14T07:01:17","slug":"videoschnittprojekt-a-la-vjing","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/eventualitaetswabe.de\/?p=670","title":{"rendered":"Videoschnittprojekt a la VJing"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_674\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a rel=\"attachment wp-att-674\" href=\"http:\/\/eventualitaetswabe.de\/?attachment_id=674\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-674\" class=\"size-medium wp-image-674 \" style=\"margin: 5px;\" title=\"vj_koeln\" src=\"http:\/\/eventualitaetswabe.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/vj_koeln-300x218.jpg\" alt=\"Foto: guttertec, flickr\" width=\"300\" height=\"218\" srcset=\"http:\/\/eventualitaetswabe.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/vj_koeln-300x218.jpg 300w, http:\/\/eventualitaetswabe.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/vj_koeln.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-674\" class=\"wp-caption-text\">Foto: guttertec, flickr<\/p><\/div>\n<p>Der wirklich produktive Umgang mit Video im (Medienkunde-)Unterricht ist eine der Disziplinen, die im &#8220;normalen&#8221; schulischen Ablauf mit sch\u00f6ner Regelm\u00e4\u00dfigkeit an technische, organisatorische und zeitliche Grenzen sto\u00dfen. F\u00fcr die Aufnahme von Videomaterial steht selten genug ausreichend Kameratechnik zur Vef\u00fcgung, Videoschnitt erweist sich als \u00e4u\u00dferst zeitaufw\u00e4ndiger und fehleranf\u00e4lliger Prozess. Dennoch ist das Erstellen eignere kleiner Videos nat\u00fcrlich eine reizvolle und medienp\u00e4dagogisch sehr sinnvolle Unternehmung, gelingt dabei doch die kreativ-spielerische Umsetzung von sonst eher analytisch erworbenem Wissen \u00fcber filmische Gestaltungsmittel.<\/p>\n<p>Aus dieser Gemengelage heraus empfehlen sich diverse &#8220;reduzierte&#8221; Ans\u00e4tze der aktiven Videoarbeit wie z.B. Trickfilme (in Stop-Motion-Technik als Legetrick oder Brickmovie, aber auch Strichm\u00e4nnchenanimationen usw.).<\/p>\n<p>Mit einer Klassenstufe 8 konnte ich k\u00fcrzlich einen etwas anderen Ansatz ausprobieren, n\u00e4mlich orientiert am sogenannten <a title=\"Wikipedia zu VJ\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Visual_Jockey\" target=\"_blank\">VJing<\/a>. Im eigentlichen Sinne handelt es sich dabei um live gemischte Videoclips z.B. als visuelle Begleitung der Audioperformance eines DJ. In der Form ist das nat\u00fcrlich unter den oben beschriebenen Rahmenbedingungen nicht beherrschbar &#8211; aber der prinzipielle Ansatz ist sehr attraktiv: Ein Musikst\u00fcck dient als Vorlage und gibt Rhythmus, Tempo etc. der visuellen Umsetzung vor; das verwendete Videomaterial besteht meist aus recht kurzen, h\u00e4ufig eher abstrakten Clips (sog. &#8220;Loops&#8221;); die Zeitdauer des zu erstellenden Clips beschr\u00e4nkt sich auf die begrenzte Laufl\u00e4nge des Musikst\u00fccks; das Format l\u00e4dt zum sonst mit Recht eher verp\u00f6nten Spiel mit Blenden- und Bildeffekten ein. Zus\u00e4tzlich attraktiv wird das Herangehen durch eine sehr lebendige Internetszene: man findet eine Reihe von Portalen, inspirierende Beispiele und gro\u00dfe Mengen frei verf\u00fcgbares Video- und Musikmaterial im Netz. Grund genug also, einen Unterrichtsversuch zu wagen \ud83d\ude42<!--more--><\/p>\n<p>Die Sch\u00fcler hatten bereits rezeptiv-analytischen Vorlauf durch die Auseinandersetzung mit Filmbeispielen (im aktuellen Fall mit einer <a title=\"Beitrag Big Buck Bunny\" href=\"http:\/\/eventualitaetswabe.de\/?p=499\" target=\"_blank\">Auseinandersetzung mit der Er\u00f6ffnungssequenz von &#8220;Big Buck Bunny&#8221;<\/a> und einer Untersuchung der filmischen Gestaltung von <a title=\"Wo ist Klaus bei klicksafe\" href=\"https:\/\/www.klicksafe.de\/ueber-klicksafe\/kampagne\/klicksafe-spots\/spot_wo-ist-klaus.html\" target=\"_blank\">&#8220;Wo ist Klaus&#8221;<\/a>). Wahrscheinlich ist es jedoch deutlich g\u00fcnstiger, diesen analysierenden Zugriff *nach* die spielerische Produktion eigener VJ-Clips\u00a0 zu setzen.<br \/>\nErg\u00e4nzt wurde die Auseinandersetzung mit filmsprachlichem Handwerk \u00fcbrigens durch die ganz vorz\u00fcgliche DVD<a title=\"Infos zur DVD\" href=\"http:\/\/www.dvd-complett.de\/spiel-mit-dem-tod.html\" target=\"_blank\"> &#8220;Spiel mit dem Tod \/ Spiel mit dem Zuschauer&#8221;<\/a> &#8211; ein absolut clever gemachter Augen\u00f6ffner.<\/p>\n<p>Die Ann\u00e4herung an das eigentliche VJ-Projekt erfolgte dann \u00fcber eine Begriffskl\u00e4rung, die gemeinsame Recherche von im Netz verf\u00fcgbaren Beispielen und deren Diskussion. Da Rohmaterial f\u00fcr das Projekt n\u00f6tig war, gab es einen Exkurs zu Urheberrechtsfragen und freien Lizenzformen, in dessen Anschluss dann geeignete Musikst\u00fccke auf <a title=\"jamendo\" href=\"http:\/\/www.jamendo.com\/de\/\" target=\"_blank\">jamendo <\/a>gesucht wurden. Das Videorohmaterial &#8211; die oben erw\u00e4hnten Loops &#8211; wurde aufgrund des erheblichen Datenvolumens in einem Tauschverzeichnis des schulischen Intranet verf\u00fcgbar gemacht, unsere Internetleitung w\u00e4re ansonsten hoffnungslos \u00fcberlastet gewesen. Unmengen an VJ-Loops unter freien Lizenzen findet man z.B. in der entsprechenden <a title=\"Loops bei archive.org\" href=\"http:\/\/www.archive.org\/details\/vj_loops\" target=\"_blank\">Kategorie von archive.org<\/a> oder bei Portalen wie <a title=\"Footage bei Resolume\" href=\"http:\/\/www.resolume.com\/footage\/\" target=\"_blank\">Resolume<\/a>.<\/p>\n<p>Der eigentliche Schnitt erfolgte mit dem Windows Movie Maker, der f\u00fcr diesen Zweck v\u00f6llig ausreichend ist. Allerdings muss das Videomaterial vorher in ein geeignetes Format gebracht werden &#8211; der Movie Maker kann nicht mit .mpeg umgehen, in dem aber viele der Loops vorliegen. Die Konvertierung kann komfortabel mit Tools wie dem <a title=\"Artikel zu Hamster\" href=\"http:\/\/eventualitaetswabe.de\/?p=539\" target=\"_blank\">Hamster Video Konverter<\/a> oder dem <a title=\"HP Any Video Converter\" href=\"http:\/\/www.any-video-converter.com\/products\/for_video_free\/\" target=\"_blank\">Any Video Converter<\/a> erfolgen.\u00a0 Dabei mussten wir \u00fcbrigens eine schmerzhafte Erfahrung machen: Zun\u00e4chst sind die entsprechenden Loops in das ungeliebte Format .wmv konvertiert worden &#8211; in der Annahme, dass dies f\u00fcr den Movie Maker ja native Format am wenigsten Probleme verursachen sollte. Die Antwort ist ein klares &#8220;Denkste!&#8221;. Aus unerfindlichen Gr\u00fcnden wies der Movie Maker immer mehr dieser Clips zur\u00fcck &#8211; auch solche, die er vorher akzeptierte &#8211; mit der Fehlermeldung, dass eine Indizierung fehlerhaft sei&#8230; Ein erneutes Konvertieren aller Loops nach .avi behob das Problem. Tipp deshalb: Gleich .avi benutzen!<\/p>\n<p>Die Aufgabe f\u00fcr die Sch\u00fcler bestand darin, ein bei Jamendo selbst gew\u00e4hltes Musikst\u00fcck mit passenden Loops zu unterlegen, dabei sollte visuell zur Musik passendes Videomaterial gew\u00e4hlt werden und \u00fcber geeignete Schnittechniken (Trimmen, Blenden und \u00dcberg\u00e4nge) Synchronit\u00e4t bez\u00fcglich Tempo und Rhythmus hergestellt werden, bei Bedarf konnten die einzelnen Loops auch \u00fcber entsprechende Effekte (farbliche Ver\u00e4nderungen, Tempo\u00e4nderung etc) angepasst werden.\u00a0 Die Aufgabenstellung erscheint zun\u00e4chst recht simpel &#8211; um ein ansprechendes Ergebnis zu erreichen, ist dennoch einiger Aufwand und \u00e4sthetisches Einsch\u00e4tzungsverm\u00f6gen gefragt. Trotz der kurzen Cliplaufzeit und des bereits vorhandenen Materialfundus ist auch der Zeitaufwand nicht unerheblich &#8211; einige Unterrichtsstunden sind in das Projekt geflossen.<\/p>\n<p>Dennoch ist der Ansatz durchaus erfolgreich gewesen, die meisten Sch\u00fcler haben sich der Aufgabe mit Ehrgeiz und Hingabe zugewandt und mussten geradezu zwangsl\u00e4ufig die n\u00f6tigen Operationen (Im- und Export, Schnitt, Blenden usw.) beherrschen lernen.<\/p>\n<p>Als problematisch, weil zeitraubend, erwiesen sich die schon angesprochene .wmv-Formatproblematik, die z.T. recht ziellose Recherche nach passender Musik und gelegentliche Abst\u00fcrze des Movie Makers.<\/p>\n<p>Bew\u00e4hrt hat sich die Einbettung des Projekts in eine unter Moodle laufende Unterrichtseinheit, dadurch konnten Beispiele, Materialressourcen usw. jederzeit verf\u00fcgbar gehalten werden. Die abschlie\u00dfende Pr\u00e4sentation erfolgte in einem Forum, in dem dann auch emsig Kritik an den einzelnen Clips ge\u00fcbt wurde. Zum Abschluss wurde das Abstimmungstool von Moodle genutzt, um einen &#8220;VJ-Oskar&#8221; zu k\u00fcren \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Hier nun die Preistr\u00e4ger:<br \/>\n<object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" width=\"480\" height=\"385\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/p\/3D02FE069D794EF6?hl=de_DE&amp;fs=1\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><embed type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"480\" height=\"385\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/p\/3D02FE069D794EF6?hl=de_DE&amp;fs=1\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\"><\/embed><\/object><\/p>\n<p>Dieser Beitrag ist zeitgleich als Gastbeitrag auf dem <a title=\"Gastbeitrag\" href=\"http:\/\/www.medienpaedagogik-praxis.de\/2011\/03\/14\/vjing-als-methode-der-videoarbeit\/\" target=\"_blank\">Medienp\u00e4dagogik-Praxis-Blog<\/a> erschienen. Freut mich sehr \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p id=\"caption-attachment-674\" class=\"wp-caption-text\">Foto: guttertec, flickr<\/p>\n<p>Der wirklich produktive Umgang mit Video im (Medienkunde-)Unterricht ist eine der Disziplinen, die im &#8220;normalen&#8221; schulischen Ablauf mit sch\u00f6ner Regelm\u00e4\u00dfigkeit an technische, organisatorische und zeitliche Grenzen sto\u00dfen. F\u00fcr die Aufnahme von Videomaterial steht selten genug ausreichend Kameratechnik zur Vef\u00fcgung, Videoschnitt erweist sich als \u00e4u\u00dferst zeitaufw\u00e4ndiger und fehleranf\u00e4lliger Prozess. 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