{"id":459,"date":"2010-08-01T22:17:49","date_gmt":"2010-08-01T20:17:49","guid":{"rendered":"http:\/\/eventualitaetswabe.de\/?p=459"},"modified":"2010-08-01T22:23:21","modified_gmt":"2010-08-01T20:23:21","slug":"lehrer-personlichkeit-oder-handwerk","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/eventualitaetswabe.de\/?p=459","title":{"rendered":"Lehrer &#8211; Pers\u00f6nlichkeit oder Handwerk?"},"content":{"rendered":"<p>Das neue Schuljahr beginnt in ein paar Tagen. Zeit, in sich zu gehen, \u00fcber die am Horizont auftauchende neue Arbeit, neue Sch\u00fcler, Stoffe, Unterrichtsvorhaben nachzudenken und wie alle Jahre wieder gute Vors\u00e4tze zu fassen (die Kursb\u00fccher ordentlich zu f\u00fchren, zum Beispiel?).<\/p>\n<div>Da trifft es sich gut, dass zwischendurch wieder ein Seminar f\u00fcr das Goethe-Institut anliegt (diesmal zu PLN\/PLE, ich freu mich drauf). Das ist verbunden mit Bahnfahrt, Zeit f\u00fcr letzte Vorbereitungen und ausgedehnte Lekt\u00fcre. Und just die Lekt\u00fcre ist Grund f\u00fcr den kleinen Beitrag hier&#8230;<\/div>\n<div>Zeit f\u00fcr die aktuelle &#8220;Zeit&#8221; n\u00e4mlich (Nr. 31 vom 29.07.2010 n\u00e4mlich) &#8211; genauer: das Zeitmagazin.<\/div>\n<div>Der sehr lesenswerte<a title=\"Artikel Lehrerpers\u00f6nlichkeiten\" href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/31\/Lehrer-alt\" target=\"_blank\"> Titel-Artikel<\/a> handelt von zwei sehr unterschiedlichen Lehrern an einem Hamburger Gymnasium: \u00a0Fritz Fegebank, Lehrer alter Schule kurz vor de Pensionierung, &#8220;harter Knochen&#8221; mit Faible f\u00fcr den alten Fritz und erfolgreicher Computerabstinenz, und Dennis Beckmann, Junglehrer mit Vorliebe f\u00fcr Smartboards und Multimedia, ausgefeilter Fragetechnik und moderner Methodik im Hintergrund.<\/div>\n<div>Denkbar verschieden also &#8211; aber beide erfolgreich und von ihren Sch\u00fclern geachtet.<!--more--><\/div>\n<div>Tenor des Artikels, der sich an den beiden Lehrerpers\u00f6nlichkeiten entlanghangelt, ist das &#8220;Geheimnis&#8221; eines guten Lehrers. Die Behauptung: Es ist nicht die angelernte Methodik, es ist nicht der durchgeplante Unterricht, also nicht in erster Linie ein handwerklicher Begriff von Professionalit\u00e4t. Ganz offensichtlich sind die bestimmenden Gr\u00f6\u00dfen Qualit\u00e4ten wie Hingabe an den Beruf, Achtung vor den Sch\u00fclern (selbst wenn sie &#8220;ernsthaft vorgebrachte und zum Teil von g\u00e4nzlicher Unkenntnis getragene Wortmeldungen&#8221; produzieren), Integrit\u00e4t &#8211; kurz, Pers\u00f6nlichkeit.<\/div>\n<div>Viele Kollegen und noch mehr Sch\u00fcler werden das best\u00e4tigen k\u00f6nnen: Wenn ein Lehrer nicht Tag f\u00fcr Tag eine eigene Pers\u00f6nlichkeit einbringen kann, ersch\u00f6pft sich das Lehrersein in blo\u00dfer (und durchaus nicht immer erfolgreicher) Wissensvermittlung. Oder &#8211; wie eine andere im Artikel zitierte Lehrerin sagt: &#8220;Ich glaube, man muss authentisch sein. Und das auch vor der Klasse aushalten k\u00f6nnen. Kollegen, die das nicht mitbringen, versuchen ihren Stand durch Methodik und Didaktik zu sichern. Das wird wie eine Maske vorgeschoben, hinter der der Mensch zur\u00fccktritt.&#8221;<\/div>\n<div>Gelegenheit also, das eigene Lehrerbild zu \u00fcberdenken&#8230;<\/div>\n<div>Grad in medienbezogenen Fortbildungen prallen diese unterschiedlichen Berufsauffassungen immer wieder aufeinander. Einerseits bin auch ich zutiefst der \u00dcberzeugung, dass ein zeitgem\u00e4\u00dfer Unterricht selbstverst\u00e4ndlich die Anforderungen, Chancen und Kulturtechniken der &#8220;Wissensgesellschaft&#8221; einzuschlie\u00dfen hat. Andererseits geh\u00f6ren Kollegen wie Fegebank zu den Berufsgenossen, die ich am meisten sch\u00e4tze: Mein erst vor kurzem in den Ruhestand gegangener Chef hat sich Zeit seiner Laufbahn recht erfolgreich gegen jede Ber\u00fchrung eines Computers gestr\u00e4ubt, eine sehr geachtete Deutschkollegin vermutet mehr als einmal &#8220;Teufelszeug&#8221; hinter PC und Internet. Dennoch liefern beide einen Unterricht, der Generationen von Sch\u00fclern immer wieder pr\u00e4gt und &#8220;mitnimmt&#8221;. Immer wieder bekunden auch ehemalige Sch\u00fcler Respekt und Achtung, ja Zuneigung: Pers\u00f6nlichkeit ist auch hier das Geheimnis.Lehrer wie diese hab ich als Sch\u00fcler erleben k\u00f6nnen, sie waren ein Grund f\u00fcr meine Berufsentscheidung.<\/div>\n<div>Nun kann ich selbst ganz sicher nicht in Anspruch nehmen, dem Berufsethos, der Ausstrahlung und Integrit\u00e4t von Fegebank oder Beckmann zu entsprechen &#8211; aber man kann ja dran arbeiten, neben aller Faszination f\u00fcr moderne, medial gest\u00fctzte Unterrichtsformen das wirklich Wichtige, die Kraft der Pers\u00f6nlichkeit, , nicht zu vergessen. R\u00fcckbesinnung tut not &#8211; w\u00e4r doch ein guter Vorsatz f\u00fcr das beginnende Schuljahr (und die Fortbildungen). \ud83d\ude42<\/div>\n<div>Bis dahin sei die Lekt\u00fcre des Zeitmagazins dringend angeraten.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das neue Schuljahr beginnt in ein paar Tagen. 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